{"id":10597,"date":"2015-12-11T19:51:38","date_gmt":"2015-12-11T17:51:38","guid":{"rendered":"http:\/\/www.auderset.com\/?p=10597"},"modified":"2015-12-19T14:42:45","modified_gmt":"2015-12-19T12:42:45","slug":"en-india-part-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.auderset.com\/de\/en-india-part-2\/","title":{"rendered":"India (Zweite Teil)"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"color: #666699;\"><em>Aus dem Buch \u201eVerabredungen im Wald\u201c .\u00a0<\/em> <\/span><em><span lang=\"de\"><span style=\"color: #666699;\">Zweite<\/span> <\/span><\/em><span style=\"color: #666699;\"><em>Teil (von vier)<br \/>\n<\/em><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Times New Roman,serif; font-size: 24px;\"><b>Tr\u00e4nen sind doch nichts&#8230;<\/b><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\">Kaum bin ich vom Taxi ausgestiegen, schon wird dieses von der Str\u00f6mung des Verkehrschaos weggerissen. Neben mir sind lauter Leute zu sehen; immer und \u00fcberall. Sie gehen vorbei, verkaufen Sachen, starren ins Leere, schlafen auf dem Boden (es sei denn, der da ist tot). Hier haust das Elend in all seinen Facetten hier. Eine solche Sehnsucht nach Hoffnung ist zu sp\u00fcren, dass Leute bereit sind, alles M\u00f6gliche anzubeten, sei es einen Gegenstand, einen Baum oder eine Statue, mit dem Wunsch, ihren Durst nach dem G\u00f6ttlichen zu stillen. Hier ist eine Welt, die von den gut meinenden und gut denkenden Christen vergessen worden ist und \u00fcberall sehe ich so viele verlorene Leute&#8230; wirklich so viele&#8230;<\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\">W\u00e4hrend meiner ersten Nacht in Indien dringen laute Stra\u00dfenger\u00e4usche durch die schlecht isolierten Fenster meines Hotelzimmers und reizen mein abendl\u00e4ndisches Sicherheitsgef\u00fchl.<\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\">Gegen\u00fcber dem Ausma\u00df dieses Elends, von dem ich einen Schlag ins Gesicht bekommen habe, f\u00fchle ich mich absolut hilflos. Allein, auf meinem Bett sitzend, bete ich f\u00fcr dieses Land. Mein Herz ist zerbrochen. Ich kann diesen Leuten nichts bringen au\u00dfer meinen Tr\u00e4nen, die an meinen Wangen entlang f\u00fcr sie abperlen&#8230; Jesus, mein stiller aber gegenw\u00e4rtiger Meister steht neben meinem Bett und wird vielleicht etwas daraus machen&#8230; (?)<\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Times New Roman,serif; font-size: 24px;\"><b>Reise zum Rande der Welt<\/b><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\">Sobald Leute, die f\u00fcr mich verantwortlich sind, mich getroffen haben, ist das alte Klischee vom wei\u00dfen Missionar mit dem Tropenhelm geplatzt. Hier wird die Missionsgesellschaft von Indern und f\u00fcr Inder gef\u00fchrt&#8230; Diese Menschen bringen mich durch den menschlichen Dschungel dieses Landes zu meinem n\u00e4chsten Termin.<\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\">Wir reisen mit Science-Fiction (oder mit dem Zug, ist doch dasselbe). Die alte T\u00fcr des m\u00fcde gewordenen Zuges ist sperrangelweit offen und ich setze mich als w\u00fcrde ich die F\u00fc\u00dfe an einem Steg ins Wasser baumeln lassen, nur dass hier der Boden unter ihnen wegscrollt. Jederzeit warte ich darauf, dass mich ein Schaffner von hinten mit schweizerdeutschem Dialekt zurechtweist:<\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\">&#8211; Nein, verboten! Darf man nicht!!<\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\">Aber nein, hier behandelt man die Leute nicht wie Kinder. Cool. (Vielleicht sind wir doch in der Schweiz nicht so frei, wie \u00fcberall verk\u00fcndigt wird&#8230;?) Neben den Gleisen stehen Menschen, lauter Menschen&#8230; Was machen sie? Schauen sie zu, wie die Zeit vergeht? Sie l\u00e4cheln gern, und ich sehe, dass es von Herzen kommt&#8230; (Jetzt aber bin ich mir sicher &#8230; ich bin doch auf einem anderen Planeten gelandet!) <\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\">Wir fahren an einer M\u00fclldeponie vorbei, die kein Ende zu haben scheint. Leute leeren dort ohne die geringste Befangenheit ihren Darm aus. Einen Steinwurf davon entfernt sucht ein hungriges Kind in diesem \u00fcbelriechenden Unrat seine t\u00e4gliche Nahrung. Eine ganze Familie, die vor ihrer elenden H\u00fctte steht, welche aus den hier liegenden Materialien errichtet worden ist, schaut mich stillschweigend an. So lebt die Mehrheit der Bewohner meines Planeten! Es ist unertr\u00e4glich. Gut, dass mir die Tr\u00e4nen das Sehverm\u00f6gen tr\u00fcben.<\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\">Mit w\u00fctendem Herzen greife ich zu meinem Bleistift und zeichne ihnen einen Verzweiflungsschrei:<\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\">&#8211; Man hat euch nicht vergessen!! Ihr seid kostbar! Gott liebt euch, Sein Sohn ist unter Euch geboren!!! Nur Mut! (Eines Tages wird sie diese Zeichnung erreichen&#8230;)<\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Times New Roman,serif; font-size: 24px;\"><b>Verfolgungen<\/b><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\">Der Empfangsraum der Missionsgesellschaft ist eine f\u00fchlbare Oase des Friedens, die frei ist von der sonst allgegenw\u00e4rtigen Bedr\u00fcckung. Nicht nur ich werde mich dort mit der Organisation treffen, sondern viele Gemeindeleiter des Landes, die von \u00fcberall her gekommen sind, wurden eingeladen. Einige von ihnen haben riesige Entfernungen zur\u00fcckgelegt, um hierher zu gelangen.<\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\">Schon zu meiner Ankunft hatte man mir empfohlen, unauff\u00e4llig zu bleiben, denn Indien br\u00fcstet sich zwar, das gr\u00f6\u00dfte demokratische Land der Welt zu sein, aber die Redefreiheit sitzt immer noch im Wartezimmer. Die Inder glauben an das Kastenwesen. \u201eSchlecht geborene\u201c Leute werden nicht mal wie Tiere angesehen und m\u00fcssen Verachtung und Sklaverei erdulden. Die Armen br\u00e4uchten kein Geld, sondern ein Umdenken, um daraus zu kommen. Wenn sie erfahren, dass der Sohn Gottes h\u00f6chstpers\u00f6nlich sie liebt und ein einfacher Mensch wie sie geworden ist, dass sie in Seinen Augen von unsch\u00e4tzbarem Wert sind, \u00e4ndert sich ihr Leben radikal und sie k\u00f6nnen sich von diesem Fluch befreien. Sobald sie nicht mehr daran glauben, dass sie einer niedrigeren Kaste angeh\u00f6ren, fangen sie an, ihr Leben in die Hand zu nehmen. Diejenigen, die zu einer hohen Kaste geh\u00f6ren, sind dar\u00fcber emp\u00f6rt, weil sie eine kostenlose Arbeitskraft verlieren und wiegeln die fanatischen Religionsgruppen gegen sie auf.<\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\">5000 Christen aus der Region von Odisha mussten mitansehen, wie ihre H\u00e4user verbrannt wurden, ihre Frauen gesch\u00e4ndet wurden und ihre Pastoren auf grausame Weise erdolcht worden sind. Die Familien, die entkommen konnten, durften im Dschungel \u201eZuflucht\u201c finden, aber dort wohnen andere Scheusale, wie z.B. Tiger und Krankheiten&#8230;<\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\">Die Verantwortlichen von verschiedenen Christengemeinden berieten sich: Sollten sie zu den Waffen greifen, um sich zu verteidigen?<\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\">Alle entschieden sich f\u00fcr die Gewaltlosigkeit, die Christus lehrt. Und sie beschlossen zu vergeben&#8230;<\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"color: #666699;\"><em>Es geht n\u00e4chste Woche weiter\u2026<\/em><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><a href=\"http:\/\/www.auderset.com\/wp-content\/uploads\/main-chemin-Auderset1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-10598\" src=\"http:\/\/www.auderset.com\/wp-content\/uploads\/main-chemin-Auderset1.jpg\" alt=\"main chemin Auderset\" width=\"600\" height=\"839\" srcset=\"https:\/\/www.auderset.com\/wp-content\/uploads\/main-chemin-Auderset1.jpg 600w, https:\/\/www.auderset.com\/wp-content\/uploads\/main-chemin-Auderset1-215x300.jpg 215w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a><\/p>\n<p><span style=\"color: #666699;\"><em><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\"><span style=\"font-size: small;\">W\u00e4hrend meiner ersten Nacht in Indien hatte ich eine Idee f\u00fcr ein Bild, mit dem man Jesus darstellen k\u00f6nnte, sodass eine Person, die nicht lesen kann und in ihrem Gep\u00e4ck die westliche Kultur nicht vorr\u00e4tig eingepackt hat, ihn begreift.<\/span><\/span><\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #666699;\"><em><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Der Geist des Sch\u00f6pfers, der durch seine zwei H\u00e4nde dargestellt wird, zeigt denjenigen den Weg, die ihn wirklich suchen. Es erfordert Aufmerksamkeit und Ehrlichkeit, weil man Sein Handeln und Seine fl\u00fcsternde Stimme im Stimmengewirr unserer Welt wahrnehmen soll.<\/span><\/span><\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #666699;\"><em><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Es erfordert auch einen weisen Weitblick, weil man erkennen muss, dass die kleinen einfachen Wege, die uns die Gesellschaft am Rande anbietet, verlockend und h\u00e4ufig betreten sind, aber am Ende ins Verderben f\u00fchren. (Bild aus dem Comic <\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Ach, du lieber Himmel 3)<\/span><\/span><\/em><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"color: #666699;\"><em>\u00a0<\/em><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">\n<p><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aus dem Buch \u201eVerabredungen im Wald\u201c .\u00a0 Zweite Teil (von vier) &nbsp; Tr\u00e4nen sind doch nichts&#8230; Kaum bin ich vom Taxi ausgestiegen, schon wird dieses von der Str\u00f6mung des Verkehrschaos weggerissen. 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